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Preisverleihung 2009

Begrüßung Dr. Cassar | Begrüßung Dekan Ebli | Begrüßung Jutta Steinruck

Begrüßung des 1. Vorsitzenden des Internationalen Bauordens Herrn Dr. Cassar

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich Dank, Herr Dekan Ebli für Ihre freundlich Begrüßung und ihre lobenden Worte zum Bauorden. Ich freue mich, dass die Verleihung unseres JSP hier stattfinden kann.


Der Preis wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen und ich begrüße zunächst unsere drei Preisträgerinnen sehr herzlich: Frau Aida Demirovi aus Dortmund, Frau Marina Schulz aus Oldenburg und aus Münster Frau Judith Dubiski. Zu den Preisträgerinnen und deren Arbeiten wird Ihnen aber Frau Steinruck -herzlich willkommen- gleich mehr erzählen.

Über 40 Arbeiten wurden zum Wettbewerb JSP eingereicht. Das ist sehr erfreulich, jedenfalls für unseren Bauorden, der diesen Preis ja ausschreibt.  Aber diese Arbeiten müssen gelesen, diskutiert und bewertet werden. Dafür möchte ich unserer Jury sehr herzlich danken. Mit Herrn Prof. Thimmel haben wir einen anerkannten Experten für das Thema Internationale Jugendarbeit, vielleicht sogar den Experten in diesem Bereich, als Jurymitglied. Ebenfalls ein ausgewiesener Kenner ist allerdings auch Benedikt Widmeier, der als Direktor der Akademie "Haus am Maiberg" Theorie und Praxis der Internationalen Jugendarbeit gleichermaßen vertritt. Vielen Dank Herr Widmeier und Herr Prof. Thimmel für ihre Arbeit in der Jury des JSP. Ich weiß, das es keine einfache „Sache“ ist, aus den vielen guten Arbeiten die Preisträger auszuwählen. Drittes Jurymitglied ist Peter Runck, unser Geschäftsführer beim Bauorden: Er hatte auch 2004 die Idee zu diesem Wettbewerb. Wenn ich richtig informiert bin, war dies auf einer Zugfahrt von Berlin nach Hamburg. Eine gute Idee, wie ich meine. Der JS-Preis ist nicht nur ein Preis des Bauordens, sondern war von Anfang an, ein Preis der Internationalen Jugendarbeit insgesamt. Und ich freue mich über die Anerkennung, die unser JSP in der Fachöffentlichkeit genießt. Dies ist sicher der Verdienst unserer Jury. Nochmals besten Dank. Heute verleihen wir aber keinen Preis an die Jury und ich möchte mich deshalb an dieser Stelle bei allen –nicht nur bei den Preisträgerinnen- bedanken, die ihre Arbeiten zu diesem Wettbewerb eingereicht haben.
Lassen Sie mich noch einige Worte zu Joseph Schmitt sagen, nach dem dieser Preis benannt ist: 

Joseph Schmitt (1908 – 1998): Ein Leben im Dienste anderer
Die Aussöhnung in Europa und die Solidarität mit Schwächeren waren Leitmotive im Leben von Joseph Schmitt. Er wurde 1908 als ältestes von fünf Kindern eines Weingroßhändlers in Fulda geboren. Nach seinem Abitur1926 studierte er Jura und Volkswirtschaftslehre. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet er wegen seines Engagements für den Windhorstbund, einer Jugendorganisation der Zentrumspartei, auf die „Schwarze Liste“ für den Staatsdienst. Aus dem II. Weltkrieg kehrte er als Schwerkriegsbeschädigter zurück.
1947 wurde Schmitt als Rechtsanwalt zugelassen, 1958 kam das Notariat hinzu. 1946 rief er den Albertus-Magnus-Verein ins Leben, der studierwillige Jugendliche förderte. Im gleichen Jahr gründete er die Rabanus-Gemeinde zur Erwachsenenbildung. Ein besonderes Engagement galt der elterlichen Mitbestimmung bei der Gestaltung des Schulunterrichts. Auf seine Initiative hin wurde 1949 die Mitbestimmung der Eltern in Hessen erstmals gesetzlich verankert.
Die gravierende Wohnungsnot in Fulda nach dem Weltkrieg veranlasste Joseph Schmitt, das Siedlungswerk Fulda, gemeinnütziges Wohnungs- und Siedlungsunternehmen, zu gründen. Die gemeinnützige Genossenschaft errichtete mehr als dreitausend Wohnungen. Ihr stand Schmitt bis 1982 als Vorstandsvorsitzender vor. 1954 schloss sich Joseph Schmitt dem Internationalen Bauorden an und wurde zu dessen maßgeblichem Wegbereiter und -begleiter. Von 1962 bis 1980 gehörte er als Vorsitzender und Stellvertreter dem Vorstand des Internationalen Bauordens mit Sitz in Leuven/Belgien an. . Für seine Verdienste im sozialen Bereich wurde Joseph Schmitt mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Die Begegnung und Verständigung von jungen Menschen in Europa waren ihm hier immer ein zentrales Anliegen. Ich freue mich, dass unser Preis den Namen von Joseph Schmitt trägt.

Begrüßung durch Herrn Dekan Ebli, Ludwigshafen

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zum dritten Mal seit 2005 verleiht der Internationale Bauorden seinen Joseph-Schmitt-Preis für herausragende Diplomarbeiten im Bereich der Internationalen Jugendarbeit und ich freue mich, dass die diesjährige Preisverleihung hier in der Fachhochschule Ludwigshafen stattfindet.

Zu dieser Preisverleihung darf ich sie als Dekan des Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesen willkommen heißen. Ich begrüße die Europaabgeordnete Frau Jutta Steinruck, den Vorsitzenden des Bauordens, Herrn Dr. Cassar sowie die Mitglieder der Jury des Schmitt-Preises, Herrn Prof. Andreas Thimmel von der Fachhochschule Köln, Herrn Benedikt Widmaier, Direktor der Akademie Haus am Maiberg und Herrn Peter Runck, den Geschäftsführer des Bauordens.

Was wäre allerdings eine Preisverleihung ohne Preisträgerinnen? Ich begrüße deshalb sehr herzlich die diesjährigen Preisträgerinnen des Joseph Schmitt-Preises.

Es ist gut, dass es einen solchen Joseph Schmitt-Preis gibt. Macht er doch deutlich welch wichtige Beitrage bereits junge Wissenschaftlerinnen für ein Fachgebiet, hier die internationale Jugendarbeit, leisten können. Insbesondere wenn es um die Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie und Praxis geht. Und es ist überaus wichtig, dass solche Arbeiten auch eine angemessene Anerkennung erfahren. Deshalb gefällt mir ja die Idee dieses Preises persönlich sehr. Lassen Sie mich hier kurz erwähnen, dass die Diplomarbeit der Preisträgerin 2005, Anette Winkelmann, mittlerweile zur Standardliteratur der IJA gehört. Daran ist wohl der Bauorden und sein JSP nicht unbeteiligt. Das zeigt doch aber auch, wie kleine Einrichtungen, durch gute, innovative Ideen Impulse setzen können. Dies gelingt dem Bauorden übrigens an anderen Stellen ebenfalls ausgezeichnet. Ich möchte beispielsweise seine Arbeit mit jungen Strafgefangenen in der IJA erwähnen.

Ich hoffe sehr, dass wir, die Fachhochschule Ludwigshafen, auch in der Zukunft immer wieder mit dem Bauorden zusammen arbeiten werden. Dass der Bauorden seinen Sitz nun seit gut einem Jahr in Ludwigshafen hat, wird eine Zusammenarbeit sicher erleichtern. Ich denke wir können sehr gut von den internationalen Erfahrungen des Bauordens profitieren, aber auch unsererseits Kompetenzen in die Arbeit des Bauordens einbringen. Hier ist vieles denkbar und wir haben mit dem Bauorden bereits einige Möglichkeiten der Kooperation angedacht.

Nochmals herzlich willkommen bei der Preisverleihung zum Joseph Schmitt-Preis.

Begrüßung durch Jutta Steinruck, MdEP

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich selbst kenne den Bauorden nun schon seit einigen Jahren und schätze seine Arbeit und sein soziales Engagement sehr. Beim Bauorden und seinen Aktivitäten wird Europa konkret und lebendig. Deshalb habe ich als Europaabgeordnete die Aufgabe, heute den Joseph-Schmitt-Preis zu überreichen, sehr gerne übernommen und freue mich hier zu sein.

Die Ausschreibung des Preises richtet sich an Studentinnen und Studenten, die ihre Abschlussarbeiten in den Bereichen Internationale Jugendarbeit, Jugend und Europa, Internationale Freiwilligendienste und Jugendreisen geschrieben haben. Ich danke allen, die an der Ausschreibung teilgenommen haben. Es gab dieses Jahr erfreulicherweise viele Einsendungen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Gut recherchierte Arbeiten, die interessante und vielfältige Themen aufgreifen und bearbeiten. Herr Widmaier hat gerade dazu gesprochen. Ich bin mir sicher, dass es keine leichte Wahl war, die die Jury zu treffen hatte.

Der diesjährige Joseph-Schmitt-Preis geht an zwei Bewerberinnen.
Aida Demirovic, die an der Technischen Universität Dortmund studierte, erhält den Preis für ihre Diplomarbeit im Fach Pädagogik. Der Titel der Arbeit: „Politische Bildung mit sozialbenachteiligten Jugendlichen in der internationalen Jugendarbeit“.

Frau Demirovic kennt die praktische Seite der Internationalen Jugendarbeit. Seit vielen Jahren ist sie zum Beispiel im Bereich der bosnisch-deutschen Jugendbegegnungen aktiv. Aus ihren Honorartätigkeiten an der Jugendakademie Walberberg ist sie auch mit der Arbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen vertraut. Von diesen praktischen Erfahrungen profitiert ihre Diplomarbeit. Sie weiß, wovon sie schreibt. Frau Demirovic gibt in Ihrer Arbeit einen guten Überblick über die Internationale Jugendarbeit und beschreibt kritisch den aktuellen Forschungsstand zur politischen Bildungsarbeit mit sozial beachteiligten Jugendlichen. Die Arbeit von Frau Demirovic ist durch eine differenzierte und ausgewogene Argumentation gekennzeichnet. Sie benennt konzeptionelle Eckpunkte für eine gelingende politische Bildungsarbeit mit bildungsfernen Jugendlichen, die die Möglichkeiten der Internationalen Jugendarbeit nutzt und an den Bedürfnissen und Interessen der Jugendlichen ansetzt. Eine gute und wichtige Arbeit mit vielen Anregungen für die Praxis der Internationalen Jugendarbeit. Herzlichen Glückwunsch zum Joseph Schmitt-Preis 2009.

Judith Dubiski erhält die Auszeichnung für ihre Magisterarbeit im Fach Soziologie mit dem Titel „Institutionelle Diskriminierung in der internationalen Jugendarbeit“.
Auch Frau Dubiski verfügt durch ihre verschiedenen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten über gute Einblicke in die Internationale Jugendarbeit. Die Preisträgerin ist übrigens im Bereich der Evaluation Internationaler Jugendbegegnungen dem Fachpublikum bereits bekannt.

Ihre Arbeit zeigt in den Strukturen der Internationalen Jugendarbeit, genauer gesagt der internationalen Jugendkulturarbeit, begründete Mechanismen auf, die bestimmte Gruppen von Jugendlichen systematisch von einer Teilhabe an den Angeboten der Internationalen Jugendarbeit ausschließen. Ein sehr guter Theorieteil zu den Themen Rassismus und institutionelle Diskriminierung wird ergänzt durch eine Datenerhebung und Interviews bei neun verschiedenen Trägern der Jugendkulturarbeit. In den Schlussfolgerungen und dem Ausblick ihrer Arbeit gibt Frau Dubiski wichtige Anregungen für das Arbeitsfeld Internationale Jugendarbeit.
Es handelt sich um eine sehr vielschichtige, ausführliche und sorgfältig recherchierte Arbeit, mit der Frau Dubiski die Jury überzeugen konnte.

Der diesjährige Förderpreis geht an Marina Schulz. Ihre Arbeit wurde an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg eingereicht. Die Preisträgerin widmet ihre Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 dem Thema „Vergegenständlichung des Inter-/Nationalen? Formen „nationaltypischer “ Objekte am Beispiel einer internationalen Jugendbegegnung“.

Kein einfacher Titel. Umso praxisorientierter und ausgesprochen gut lesbar ist aber die Arbeit. Die Autorin beschäftigt sich mit den bei internationalen Begegnungen beliebten und gerne praktizierten so genannten „Länderabenden“.

Mit diesen Länderabenden und der Präsentation „der Kultur“ der Länder der jeweiligen Teilnehmer mit Objekten und Gegenständen setzt sich die Arbeit kritisch auseinander. Zur Arbeit gehört eine eigene kleine empirische Untersuchung zu den Länderabenden vor dem Hintergrund der Ziele Internationaler Jugendarbeit. Die beschriebenen Ansätze aus der Textildidaktik bzw. der ästhetischen Forschung eröffnen neue Ansätze für die Durchführung von Länderabenden. Frau Schulz rettet gewissermaßen den Länderabend für die Internatonaler Jugendarbeit.
Eine eigenständige, theoretisch gut begründete und methodisch saubere Arbeit.
Das gefiel den Juroren.

Herzlichen Glückwunsch an die drei Preisträgerinnen.


 
     
 
eine Initiative des Internationalen Bauordens: www.bauorden.de